Gesehen: Avatar – Aufbruch nach Pandora

2154. Die Rohstoffe der Erde sind aufgebraucht. Die Menschheit sucht deshalb im All nach Energiealternativen. Auf dem Planeten Pandora wird man schließlich fündig. Doch der Abbau des neu entdeckten Rohstoffs “Unobtanium” erweist sich als schwierig. Die Atmosphäre des Planeten ist giftig und ein Stamm der Na’vis, eine humanoide Spezies, die im völligen Einklang mit der Natur steht, bevölkert ausgerechnet den Teil Pandoras, der den größten Vorrat an Unobtanium aufweist. Der querschnittsgelähmte Ex-US-Marine Jake Sully soll im Körper eines so genannten Avatars Kontakt mit den Na’vis aufnehmen, um sie zur Umsiedlung zu bewegen. Doch dazu muss er erstmal einer von ihnen werden. Mit Hilfe des Na’vi-Weibchens Neytiri Dis’kahan Mo’at’itey lernt er die Verhaltensweisen und Bräuche der Ureinwohner kennen. Doch das geht den Verantwortlichen des Rohstoff-Förderunternehmens nicht schnell genug. Sie wollen lieber eine militärischen Lösung…

Quelle: amazon.de

Meine Güte! Perfekte Effekte, bahnbrechende Animationen und großartiges Motion Capturing. Und das alles in 3D. Die erste Viertelstunde kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Was ein Film! Doch sobald man an der glatt polierten Oberfläche von James Camerons “Avatar” kratzt, wird der Streifen zu einer absoluten Massenware.

Die Geschichte ist eine Mischung aus Disneys “Pocahontas” und Kevin Costners “Der mit dem Wolf tanzt”. Darüber hinaus zitiert sich Cameron auch noch selbst. So kennt man etwa die von den Marines gesteuerten Roboter schon aus “Aliens”, fluoreszierende Kulissen aus “The Abyss”. Wenig Neues also an der Ideen-Front.

Reichlich deplatziert

Man merkt einfach, dass sich der Regisseur völlig auf die perfekte Technik verlässt. Doch das führt zu Sequenzen, die nur gefilmt wurden, um den 3D-Effekt präsentieren zu können. Das kann man in einem Spaß-3D-Kino machen, das einen 10-Minuten-Streifen zur Belustigung von Freizeitparkbesuchern zeigt. Aber im normalen Kino wirken solche Szenen reichlich deplatziert: Da wird ein Stein lange ins Bild gehalten, ein Golfball rollt gleich zweimal durchs Bild und die Charaktere laufen auch gerne mal zwei Runden durch die ach so tollen Kulissen. Stimmt. Der 3D-Eindruck ist toll. Aber wo soll das hinführen?

Wenn Avatar zum Grundstein für alle zukünftigen Filme wird, dann habe ich Angst ums Kino. Kaum Geschichte, maue Darsteller (Hauptakteur Sam Worthington hat sogar einen Gesichtsausdruck weniger als Keanu Reeves – nämlich gar keinen) und eine Regiearbeit, die nur noch darauf aus ist, einen möglichst tollen Effekt in Szene zu setzen. Alles keine Garanten für gutes Kino.

Charmante Seiten

Dennoch hat Avatar auch charmante Seiten. Endlich ein Film, der Effekte aus dem Computer eben nicht nach Effekten aus dem Computer aussehen lässt. Computer-Dreck sieht hier endlich mal aus wie richtiger Dreck. Und das meine ich wirklich ernst. Auch das Volk der Na’vi reißt einiges raus. Die blauen Männchen und Weibchen sind wirklich sympathisch. Die Action ist ebenfalls handwerklich gut gemacht.

Und so bleibt vom so hoch gelobten revolutionären Film am Ende lediglich Popcorn-Kino übrig, das nur an wenigen Stellen überzeugen kann. Schade. Da wäre mehr drin gewesen. Vielleicht war auch einfach die Erwartungshaltung zu groß.

Schulnote:

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